Neue Netzwerke nutzen und Transparenz herstellen

Der Bundesverband „Förderung von Transparenz und Gerechtigkeit in der Rechtspflege e.V.“ (FTGR) mit Sitz in Haßloch, hatte am letzten Wochenende an einem 3tägigen Seminar im katholisch-sozialen Institut in Bad Honnef teilgenommen. Thematisiert wurde u.a. auch die Vernetzung mit anderen Internetplattformen sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen Plattformen. Ein Teilnehmer des Seminars stellte den Kontakt zwischen dem Hamburger Universitätsprofessor Johannes Ludwig und der Vorsitzenden des Vereins, Karin Hurrle, her. Professor Ludwig lehrt an der Uni Hamburg die Fächer Management, Recherchetechniken und Journalistik. Er betreibt mit seinen Studierenden das Online-DokZentrum www.anstageslicht.de, außerdem die Plattform www.whistleblowerinfo.de.

www.anstageslicht.de recherchiert die Geschichte, die sich vor und nach 1945 abspielte, die wohl nie endet und zumindest langfristige Folgen hat. Deshalb und gerade deswegen beschäftigt sich diese Plattform mit vielen Schicksalen aus dieser Zeit. Es geht dabei um Analysen und größere Zusammenhänge, die irgendwie alle die höheren Zusammenhänge tangieren. Die deutsche Geschichte sei voll von solchen nachhaltigen historischen Zusammenhängen, egal ob es Ereignisse aus der Ära vor 1945 oder nach 1945 seien, ist in der Plattform www.anstageslicht.de zu lesen.

Viele Geschichten aus dem, damals so beschworenen – „Tausendjährigen Reich“ das von 1933 bis 1945 gedauert habe, hätten oft nicht mit der totalen Kapitulation am 8. Mai 1945 geendet. Sehr oft hätte sie sich in den kommenden Jahren fortgesetzt. Zum Beispiel bei staatstragenden Personen, die in der NSDAP oder in der SS organisiert gewesen seien. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 hätten diese Personen eine „zweite Karriere“ gemacht. Zum Beispiel im Bundesfinanzministerium: Finanzminister, Staatssekretäre, hohe Finanzbeamte. Und natürlich das Fußvolk, siehe: http://www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=14&NAVZU_ID=57&STORY_ID=103&M_STORY_ID=725&B_STORY_ID=1095

Ähnlich sei es auch in der Wirtschaft gewesen. Viele große Unternehmen, die in den Nachkriegszeiten zur wirtschaftlichen Höchstform aufgelaufen seien, hätten diesen Aufschwung, ihre Größe und ökonomische, und teilweise auch ihre politische Macht, Aktionen im Dritten Reich zu verdanken. So seien sogenannte Arisierungen, also eine „unfreundliche Übernahme“ jüdischer Firmen und Unternehmen vorgenommen worden, direkt unterstützt von der NSDAP und hohen Parteigenossen. Davon betroffen sei damals auch die Dresdner Bank gewesen, die inzwischen in der Commerzbank aufgefangen worden sei. Die Dresdner Bank sei nicht nur die branchengrößte Arisierungsinstitution gewesen, sondern auch die Hausbank der SS. Siehe hierzu: http://www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=14&NAVZU_ID=57&STORY_ID=101&M_STORY_ID=773&B_STORY_ID=1216

Auch die Plattform www.whistleblowerinfo.de klärt die Leser auf. Whistleblower seien Menschen, die rechtzeitig auf Probleme, Missstände oder Gefahren aufmerksam machen. Man könne sie als Helden bezeichnen, aber so würden sie sich selbst nicht sehen. Sie würden nur ihren Job machen, aus Überzeugung, aus Pflichtbewusstsein oder einfach deshalb, weil Probleme, egal welcher Couleur, Nachteile für andere bedeuten würden. Erst recht, wenn es um Risiken oder Gefahren ginge. Weil Whistleblower Schaden von anderen abhalten und verhindern würden, seien sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar. Das Problem dabei sei, dass ihre Rolle und Funktion meistens nicht wahrgenommen oder völlig falsch verstanden würde. Und spätestens hier würden die Probleme für die Whistleblower selbst beginnen. Sie würden als Störenfriede, Nestbeschmutzer oder gar als Verräter ausgegrenzt, gemobbt und/oder gekündigt. Im öffentlichen Dienst, also bei Vater Staat, genauso wie in privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Dennoch, Whistleblower sind unverzichtbar, sie verdienen einen besonderen Platz in unserer Gesellschaft.